Wieso wir den Verzicht auf Gluten empfehlen

Gluten ist mittlerweile ein richtiges Schlagwort und überall wird darüber diskutiert. Ist das jetzt wieder nur so ein Modeproblem oder steckt noch mehr dahinter?
Wie immer mehr Leute am eigenen Leib erfahren, scheint die Problematik mit den Gluten doch etwas größer zu sein.
Es gibt zahlreiche Bücher und Artikel die vollgepackt sind mit Informationen und wissenschaftlichen Belegen darüber, was Gluten alles in deinem Körper anrichten kann. Ich will hier lediglich einen kurzen Überblick über die Thematik liefern und einen Tipp, wie du dich selber testen kannst.
Was sind Gluten überhaupt?
Bei Gluten handelt es sich um eine klebrige Eiweißverbindung, die bei z.B. Pizza, Brot oder Keksen den Teig zusammenhält. Es handelt sich hierbei aber nicht um ein Einzelmolekül, sondern Gluten besteht aus den zwei Proteingruppen Gluteninen und Gliadinen. Ein Mensch kann auf die eine oder andere Gruppe (oder beide Gruppen) empfindlich reagieren.
Das meiste Gluten wird über den Weizen konsumiert, jedoch befindet sich die Substanz auch in Zahlreichen anderen Getreidesorten wie Roggen, Gerste, Dinkel oder Bulgur.
Da hört es aber noch nicht auf; Gluten findet man unter anderem auch in:
– Körperpflegeprodukten wie Wimperntusche, Haarspülungen, Lippenstift und Handcremes, uvm.
– in Margarine und Streichkäse
– Suppen und Soßen
– Speiseeis und Süßungsmittel
– Usw.
Was macht Gluten jetzt so gefährlich?
Gluten ist wie Schmirgelpapier für deinen Darm! Es kann dafür sorgen, dass deine Darmwand durchlässig wird („Leaky Gut“ = durchlässiger Darm). Dadurch können Gifte, unverdaute Nahrungsmittel und Mikroben via Blutbahn wieder in den Körper gelangen, wo sie erheblichen Schaden (auch an anderen Organen) anrichten können. Dazu sorgt es für Entzündungen im Darm, wovon vor allem auch das Gehirn betroffen ist. Fast 90% von dem was in deinem Darm passiert hat auch auf dein Gehirn Einfluss.
Dr. David Perlmutter, Neurologe und Facharzt für Ernährungsmedizin, bezeichnet Gluten als Terroreinheit, die das kostbarste Organ, unser Gehirn, unter Beschuss nimmt. Laut seinen Beobachtungen ist eine Getreide lastige Ernährung ein Hauptgrund für die Zunahme von Parkinson, Alzheimer und anderen Formen der Demenz.

Mögliche, eher akute, Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind z.B.:
– Bauchschmerzen
– Blähbauch oder vermehrte Gasbildung
– Übelkeit
– Durchfall
– Verstopfung und Verdauungsprobleme
– Kopfschmerzen
– Müdigkeit nach dem Essen
– Wassereinlagerung

Die Herausforderung bei einer Glutensensitivität oder Unverträglichkeit ist, dass jedes Organ im Körper davon betroffen sein kann, auch wenn der Darm erstmal symptomfrei bleibt. So kommt es z.B. oft zu Problemen mit der Schildddrüse oder der Bauchspeicheldrüse. Beispielsweise steigt bei vielen T4 Patienten (Schilddrüsen Patienten, die T4 nehmen müssen) der T4 Bedarf bei einem regelmäßigen Konsum von Gluten.
Es ist aber leider nicht immer leicht die Symptome zuzuordnen, denn sie kommen oft nicht direkt nach dem Konsum von Gluten. Viele der Symptome erscheinen nämlich oft erst Stunden oder sogar Tage danach. Bei einigen Menschen führt bereits der einmalige Konsum zu Entzündungen im Darm, die bis zu 6 Monaten anhalten.
Treten Symptome so viel später auf, verbindet man die Symptome nicht mit der Nahrung, weshalb man die „giftigen“ Nahrungsmittel immer wieder isst. Dadurch kommt es im weiteren Verlauf zu einer Silent Inflammation (stille Entzündung), die langsam aber sicher degenerative Prozesse im Körper vorantreibt.
Wenn Menschen, die eine Glutensensitivität haben, über längeren Zeitraum Gluten essen, kann es zu weiteren Symptomen führen wie z.B.:

– Allergien
– Chronisch erhöhte Entzündungen
– Migräneanfälle
– Gelenkschmerzen / Arthrose
– Depressionen
– Hautausschläge
– Chronische Müdigkeit
– Heißhungerattacken
– Probleme mit dem Gewichtsverlust
– Konzentrationsschwierigkeiten
– Etc.

Oft führt die Unverträglichkeit auch dazu, dass man vor allem im unteren Bauchbereich Körperfettansammelt. Das kann zwar auch von anderen Unverträglichkeiten kommen, jedoch konnte ich durch den Verzicht auf Gluten (vor allem Weizen) hierschon oft deutliche Verbesserungen beobachten.
So kannst du dich selber testen
Ich selber habe einen genetischen Test zur Unverträglichkeit von Gluten machen lassen der negativ ausgefallen ist. Trotzdem weiß ich zu 100%, dass ich Gluten, vor allem Weizen, nicht vertrage, denn meine Körper reagiert sehr schnell unter anderem mit Müdigkeit, Kopfschmerzen und einem Blähbauch.
Der allerwichtigste Schritt ist erstmal zu lernen auf dein Körper zu hören. Wenn du z.B. Kopfschmerzen bekommst, bekommst du diese nicht aufgrund eines Aspirin-Mangels. Alle Symptome sind ein Bio Feedback von deinem Körper, der dir mitteilen möchte, dass irgendetwas nicht stimmt. Viele Menschen nehmen dieses Feedback erst wahr, wenn der Körper schon einige Notmaßnahmen treffen musste, weil die anderen, leichteren Symptome, alle ignoriert wurden und stattdessen mit Medikamenten unterdrückt wurden, so wie es eben die Schulmedizin eben gerne macht.
Ich empfehle sich 45 Minuten nach dem Essen immer wieder kurz Zeit zu nehmen, um zu beobachten oder fühlen, was im Körper gerade so vor sich geht. Noch besser wäre es, ein kleines Notizbuch mit sich zu führen, die Nahrung und mögliche Symptome aufzuschreiben. So kannst du selber herausfinden, worauf dein Körper reagiert und auf welche Lebensmittel du möglicherweise erst mal verzichten solltest.
Selbsttest
Schritt 1: Führe für 7 Tage ein Ernährungstagebuch, ohne auf etwas Besonderes zu achten oder auf etwas zu verzichten. Iss so wie du immer essen würdest aber schreibe alles auf was du isst und trinkst, direkt nach dem du es gegessen hast.
Sobald du eines oder mehrere der oben genannten Symptome verspürst, schreibe sie ebenfalls direkt in dein Notizbuch oder in dein Handy.
Schritt 2: Nutze diese Woche um dich auf die Eliminierungs-Wochen vorzubereiten. Überprüfe in welchen Nahrungsmitteln Gluten vorhanden ist (auch ob du momentan Gluten schon in der Ernährung mit dabei hast) und plane schon mal deine glutenfreie Woche. Ich empfehle für diese Woche eine hauptsächlich pflazenbasierte Ernährungsform (nicht Vegan). Sprich der Hauptteil der Ernährung sollte pflanzlich sein, wird aber mit qualitativ hochwertigem Eiweiß (z.B. weißer Fisch, Rindfleisch, Hähnchen) gesunden Fetten und natürlichen Kohlenhydraten ergänzt.

Ich empfehle unter anderem die Eliminierung von:
– Jeder Form von Getreide (Roggen, Gerste, Weizen, Dinkel, Hirse, Hafer, Triticale, Emmer, Einkorn etc…)
– Bulgur
– Couscous
– Grieß
– Jegliche Form von Syrup
Das planen deiner glutenfreien Ernährung wird dich dabei unterstützen mit der Veränderung besser umzugehen, Stress reduzieren und dafür sorgen, dass du dich nicht so überwältigt fühlst.

Schritt 3:
Nachdem du deine glutenfreie Woche geplant hast, wird es Zeit damit durchzustarten. Bereite dich darauf vor, dass die erste Woche etwas herausfordernd sein kann, je nachdem wie deine Ernährung vorher aussah. Schreibe weiterhin alles auf was du verspürst, auch positive Erkennungen, wie z.B. dass der Blähbauch weggeht, oder du dich leichter fühlst.
Ich empfehle diese Eliminierung mindestens 3 Wochen durchzuziehen, um dem Körper Zeit zu geben sich wieder umzustellen.
Nach den 3 Wochen kannst du zum testen wieder eine glutenhaltige Mahlzeit zu dir nehmen, um zu schauen was passiert. Du wirst von dem Ergebnis überrascht sein, wenn du es wirklich durchziehst.
Diese Form der Eliminierungsdiät empfehle ich eigentlich nur den Leuten, die noch nicht daran glauben, was Gluten im Körper macht. In meinen Coachings empfehle ich grundsätzlich den Verzicht auf Gluten, oder zumindest auf Weizen.
Es gibt auch Menschen bei denen Gluten keine Symptome verursacht, zumindest die konsumierte Dosis nicht. Jedoch gibt es keine Menschen bei denen es einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt, weshalb ich sie von Anfang an weg lasse. Ich bin ein Freund von präventivem Gesundheitsmanagement, statt alle Geschütze ausfahren zu müssen, wenn das Feuer bereits da ist =)

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