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Glutenfrei: Wieso du auf Gluten verzichten solltest

Glutenfrei: Wieso du auf Gluten verzichten solltest

Gluten ist mittlerweile ein richtiges Schlagwort und √ľberall wird dar√ľber diskutiert. Ist das jetzt wieder nur so ein Modeproblem oder steckt noch mehr dahinter? Wie immer mehr Leute am eigenen Leib erfahren, scheint die Problematik mit den Gluten doch etwas gr√∂√üer zu sein. Es gibt zahlreiche B√ľcher und Artikel die vollgepackt sind mit Informationen und wissenschaftlichen Belegen dar√ľber, was Gluten alles in deinem K√∂rper anrichten kann. Ich will hier lediglich einen kurzen √úberblick √ľber die Thematik liefern und einen Tipp, wie du dich selber testen kannst.

Inhalt

‚Üí¬† Was ist Gluten √ľberhaupt?
→  Gluten Unverträglichkeit: Was macht Gluten jetzt so gefährlich?
‚Üí¬† Schritt-f√ľr-Schritt-Anleitung: Gluten Selbsttest
Was du wissen solltest
  • Gluten ist nicht so cool, also verzichte so gut es geht darauf.
  • Mache einen Glutentest, denn eine Glutenunvertr√§glichkeit kann zu Symptomen wie Bauschmerzen, Durchfall oder √úbelkeit f√ľhren.
  • Hast du eine Glutensensivit√§t und isst trotzdem √ľber lange Zeit Gluten, kann das auch zu Allergien, Hautausschlag oder Hei√ühungerattacken f√ľhren.

Lesedauer: 5 Minuten

Was ist Gluten √ľberhaupt?

Bei Gluten handelt es sich um eine klebrige Eiwei√üverbindung, die bei z. B. Pizza, Brot oder Keksen den Teig zusammenh√§lt. Es handelt sich hierbei aber nicht um ein Einzelmolek√ľl, sondern Gluten besteht aus den zwei Proteingruppen Gluteninen und Gliadinen. Ein Mensch kann auf die eine oder andere Gruppe (oder beide Gruppen) empfindlich reagieren.

Das meiste Gluten wird √ľber den Weizen konsumiert, jedoch befindet sich die Substanz auch in Zahlreichen anderen Getreidesorten wie Roggen, Gerste, Dinkel oder Bulgur. Da h√∂rt es aber noch nicht auf; Gluten findet man unter anderem auch in:

  • K√∂rperpflegeprodukten wie Wimperntusche, Haarsp√ľlungen, Lippenstift und Handcremes, uvm.
  • in Margarine und Streichk√§se
  • Suppen und So√üen
  • Speiseeis und S√ľ√üungsmittel
  • Usw.

Gluten Unverträglichkeit: Was macht Gluten jetzt so gefährlich?

Gluten ist wie Schmirgelpapier f√ľr deinen Darm! Es kann daf√ľr sorgen, dass deine Darmwand durchl√§ssig wird (‚ÄěLeaky Gut‚Äú = durchl√§ssiger Darm). Dadurch k√∂nnen Gifte, unverdaute Nahrungsmittel und Mikroben √ľber die Blutbahn wieder in den K√∂rper gelangen, wo sie erheblichen Schaden (auch an anderen Organen) anrichten k√∂nnen. Dazu sorgt es f√ľr Entz√ľndungen im Darm, wovon vor allem auch das Gehirn betroffen ist. Fast 90% von dem was in deinem Darm passiert hat auch auf dein Gehirn Einfluss.

Dr. David Perlmutter, Neurologe und Facharzt f√ľr Ern√§hrungsmedizin, bezeichnet Gluten als Terroreinheit, die das kostbarste Organ, unser Gehirn, unter Beschuss nimmt. Laut seinen Beobachtungen ist eine Getreide lastige Ern√§hrung ein Hauptgrund f√ľr die Zunahme von Parkinson, Alzheimer und anderen Formen der Demenz.

Mögliche, eher akute, Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind z.B.:

  • Bauchschmerzen
  • Bl√§hbauch oder vermehrte Gasbildung
  • √úbelkeit
  • Durchfall
  • Verstopfung und Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • M√ľdigkeit nach dem Essen
  • Wassereinlagerung.

Die Herausforderung bei einer Glutensensitivit√§t oder Unvertr√§glichkeit ist, dass jedes Organ im K√∂rper davon betroffen sein kann, auch wenn der Darm erstmal symptomfrei bleibt. So kommt es z.B. oft zu Problemen mit der Schildddr√ľse oder der Bauchspeicheldr√ľse. Beispielsweise steigt bei vielen T4 Patienten (Schilddr√ľsen Patienten, die T4 nehmen m√ľssen) der T4 Bedarf bei einem regelm√§√üigen Konsum von Gluten. Es ist aber leider nicht immer leicht die Symptome zuzuordnen, denn sie kommen oft nicht direkt nach dem Konsum von Gluten.

Viele der Symptome erscheinen n√§mlich oft erst Stunden oder sogar Tage danach. Bei einigen Menschen f√ľhrt bereits der einmalige Konsum zu Entz√ľndungen im Darm, die bis zu 6 Monaten anhalten. Treten Symptome so viel sp√§ter auf, verbindet man die Symptome nicht mit der Nahrung, weshalb man die ‚Äěgiftigen‚Äú Nahrungsmittel immer wieder isst. Dadurch kommt es im weiteren Verlauf zu einer Silent Inflammation (stille Entz√ľndung), die langsam aber sicher degenerative Prozesse im K√∂rper vorantreibt.

Wenn Menschen, die eine Glutensensitivit√§t haben, √ľber l√§ngeren Zeitraum Gluten essen, kann es zu weiteren Symptomen f√ľhren wie z.B.:

  • Allergien
  • Chronisch erh√∂hte Entz√ľndungen
  • Migr√§neanf√§lle
  • Gelenkschmerzen / Arthrose
  • Depressionen
  • Hautausschl√§ge
  • Chronische M√ľdigkeit
  • Hei√ühungerattacken
  • Probleme mit dem Gewichtsverlust
  • Konzentrationsschwierigkeiten etc.

H√§ufig f√ľhrt die Unvertr√§glichkeit auch dazu, dass man vor allem im unteren Bauchbereich K√∂rperfettansammelt. Das kann zwar auch von anderen Unvertr√§glichkeiten kommen, jedoch konnte ich durch den Verzicht auf Gluten (vor allem Weizen) hier schon oft deutliche Verbesserungen beobachten. Daher kann ein Gluten-Selbsttest sehr hilfreich sein.

Daniel Huber, Ern√§hrungscoach bei Smart Meals, hat einen genetischen Test zur Unvertr√§glichkeit von Gluten machen lassen. Das Ergebnis ist verbl√ľffend. Seie Erfahrungen:

Ich selber habe einen genetischen Test zur Unvertr√§glichkeit von Gluten machen lassen der negativ ausgefallen ist. Trotzdem wei√ü ich zu 100%, dass ich Gluten, vor allem Weizen, nicht vertrage, denn meine K√∂rper reagiert sehr schnell unter anderem mit M√ľdigkeit, Kopfschmerzen und einem Bl√§hbauch. Der allerwichtigste Schritt ist erstmal zu lernen auf dein K√∂rper zu h√∂ren. Wenn du z.B. Kopfschmerzen bekommst, bekommst du diese nicht aufgrund eines Aspirin-Mangels. Alle Symptome sind ein Bio-Feedback von deinem K√∂rper, der dir mitteilen m√∂chte, dass irgendetwas nicht stimmt. Viele Menschen nehmen dieses Feedback erst wahr, wenn der K√∂rper schon einige Notma√ünahmen treffen musste, weil die anderen, leichteren Symptome, alle ignoriert wurden und stattdessen mit Medikamenten unterdr√ľckt wurden, so wie es eben die Schulmedizin eben gerne macht.

Ich empfehle sich 45 Minuten nach dem Essen immer wieder kurz Zeit zu nehmen, um zu beobachten oder f√ľhlen, was im K√∂rper gerade so vor sich geht. Noch besser w√§re es, ein kleines Notizbuch mit sich zu f√ľhren, die Nahrung und m√∂gliche Symptome aufzuschreiben. Es gibt hierf√ľr sicherlich auch n√ľtzliche Apps, die man nutzen kann. So kannst du selber herausfinden, worauf dein K√∂rper reagiert und auf welche Lebensmittel du m√∂glicherweise erst mal verzichten solltest.

In 3 Schritten zum Gluten Selbsttest

Wir haben den Gluten Selbsttest in 3 Schritten f√ľr dich vorbereitet:

Schritt 1: Das Ernährungstagebuch

F√ľhre f√ľr 7 Tage ein Ern√§hrungstagebuch, ohne auf etwas Besonderes zu achten oder auf etwas zu verzichten. Iss so wie du immer essen w√ľrdest aber schreibe alles auf was du isst und trinkst, direkt nach dem du es gegessen hast. Sobald du eines oder mehrere der oben genannten Symptome versp√ľrst, schreibe sie ebenfalls direkt in dein Notizbuch oder in dein Handy.

Schritt 2: Du bist was du isst

Nutze diese Woche um dich auf die Eliminierungs-Wochen vorzubereiten. √úberpr√ľfe in welchen Nahrungsmitteln Gluten vorhanden ist (auch ob du momentan Gluten schon in der Ern√§hrung mit dabei hast) und plane schon mal deine glutenfreie Woche. Wir empfehlen f√ľr diese Woche eine haupts√§chlich pflazenbasierte Ern√§hrungsform, jedoch keine ausschlie√üliche vegane. Sprich der Hauptteil der Ern√§hrung sollte pflanzlich sein, wird aber mit qualitativ hochwertigem Eiwei√ü (z.B. wei√üer Fisch, Rindfleisch, H√§hnchen), gesunden Fetten und nat√ľrlichen Kohlenhydraten erg√§nzt. Wir empfehlen unter anderem die Eliminierung von:

  • Jeder Form von Getreide (Roggen, Gerste, Weizen, Dinkel, Hirse, Hafer, Triticale, Emmer, Einkorn etc‚Ķ)
  • Bulgur
  • Couscous
  • Grie√ü
  • Jegliche Form von Syrup.

Das planen deiner glutenfreien Ern√§hrung wird dich dabei unterst√ľtzen mit der Ver√§nderung besser umzugehen, Stress reduzieren und daf√ľr sorgen, dass du dich nicht so √ľberw√§ltigt f√ľhlst. Unser kostenloser Planer f√ľr eine glutenfreie Woche zum Download.

Schritt 3: Die glutenfreie Woche

Nachdem du deine glutenfreie Woche geplant hast, wird es Zeit damit durchzustarten. Bereite dich darauf vor, dass die erste Woche etwas herausfordernd sein kann, je nachdem wie deine Ern√§hrung vorher aussah. Schreibe weiterhin alles auf was du versp√ľrst, auch positive Erkennungen, wie z.B. dass der Bl√§hbauch weggeht, oder du dich leichter f√ľhlst. Ich empfehle diese Eliminierung mindestens 3 Wochen durchzuziehen, um dem K√∂rper Zeit zu geben sich wieder umzustellen. Nach den 3 Wochen kannst du zum testen wieder eine glutenhaltige Mahlzeit zu dir nehmen, um zu schauen was passiert. Du wirst von dem Ergebnis √ľberrascht sein, wenn du es wirklich durchziehst. Diese Form der Eliminierungsdi√§t empfehle ich eigentlich nur den Leuten, die noch nicht daran glauben, was Gluten im K√∂rper macht.

In seinen Coachings empfiehlt Daniel Huber grundsätzlich den Verzicht auf Gluten, oder zumindest auf Weizen. Es gibt auch Menschen bei denen Gluten keine Symptome verursacht, zumindest die konsumierte Dosis nicht. Jedoch gibt es keine Menschen bei denen es einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt, weshalb man sie von Anfang an weg lassen kann.

‚ÄúIch bin ein Freund von pr√§ventivem Gesundheitsmanagement, statt alle Gesch√ľtze ausfahren zu m√ľssen, wenn das Feuer bereits da ist.‚ÄĚ - Daniel Huber